Herren II: Vorbericht zum Topspiel in Bissingen

30.03.2024

Herren II:

Bericht: Edgar Deibert, Heidenheimer Zeitung

Bilder: Markus Brandhuber und Oliver Vogel (Heidenheimer Zeitung)

Duell der Giganten: Warum das Spitzenspiel SV Bissingen gegen den FV Sontheim legendär wird

Es ist ein Leckerbissen für Fußballromantiker: Am Ostermontag, 1. April, empfängt Spitzenreiter SV Bissingen den Tabellenzweiten FV Sontheim zum Spiel des Jahres. Sechs Gründe sprechen für ein Spektakel:
 

Die unterste Spielklasse im Fußball? Sie steht nur selten im Mittelpunkt. Dabei wird auch hier Geschichte geschrieben, wenn am Ostermontag, 1. April, in der Kreisliga B4 das Spitzenspiel ansteht. Und das kann aus mehreren Gründen nur unglaublich werden.

Die statistischen Voraussetzungen: Nach 18 von 30 Spieltagen führt der SV Bissingen die Tabelle mit 48 Punkten an. Der FV Sontheim folgt dahinter mit 44 Zählern. Der Tabellendritte Ebnat hat wiederum sechs Punkte Rückstand auf Sontheim. Damit treffen die beiden absoluten Spitzenteams der Liga aufeinander. Im Hinspiel vielen viele Tore, die Sontheimer setzten sich hier mit 4:1 durch. Aber: Seitdem haben die Bissinger alle ihre Spiele gewonnen und eine beeindruckende Serie von zwölf Siegen in Folge (einer davon, weil Mergelstetten II nicht antrat/Urteil des Sportgerichts) hingelegt. Mit Abstand erzielen die beiden Teams die meisten Tore (Bissingen 69, Sontheim sogar 77) – und kassieren die wenigsten Gegentreffer (Bissingen 14, Sontheim 13/Ebnat kommt auch auf 13).

Die äußeren Bedingungen: Über die Osterfeiertage werden in den unteren Klassen traditionell zwei Spieltage ausgetragen, eigentlich am Samstag und am Montag. Während der letzte Spieltag bei fast schon winterlichen Bedingungen ausgetragen worden ist, wird es über Ostern richtig warm. Wenn der SV Bissingen und der FV Sontheim am Ostermontag, 1. April, aufeinandertreffen (15 Uhr), soll es 17 Grad geben. Beide Trainer, Thomas Bonnet (Bissingen) und Jens Wiedenmann (Sontheim) gehen von vielen Zuschauern aus. Wobei das Sontheimer Bezirksligateam parallel in Dorfmerkingen spielt.

Der Endspiel-Charakter: Durch einen Sieg könnte der SV Bissingen seinen Vorsprung auf acht Punkte ausbauen. „Bei einer Niederlage wäre das Aufstiegsrennen für uns wohl erledigt“, sagt daher Jens Wiedenmann. Das sieht Thomas Bonnet anders. „An eine Vorentscheidung bei einem Sieg von uns glaube ich nicht. Dafür kommen danach zu viele Spiele“, sagt der Bissinger Coach. Für sein Team komme es aber darauf an, den Vorsprung „mindestens konstant zu halten“. 

Das vorgezogene Spiel: Während der FV Sontheim am Samstag und am Montag spielt und damit zwei Spiele an drei Tagen hat, spielt der SV Bissingen bereits am Donnerstag, 28. März, beim SV Waldhausen (19 Uhr). Die Anfrage sei von Waldhausener Seite gekommen, erzählt Thomas Bonnet. „Das kommt uns ganz gelegen, dadurch haben wir zwei Tage länger Pause“, so der 53-Jährige. Erfahrungsgemäß seien die Spieltage über die Osterfeiertage schon kräftezehrend. An einen großen Vorteil für sein Team glaubt Bonnet allerdings nicht. Dies sieht Jens Wiedenmann ähnlich. „Ich glaube nicht, dass das etwas ausmachen wird“, so der Sontheimer Coach.

Die besonderen Spieler: Daniel Hahn vom SV Bissingen ist aktuell der Toptorjäger der Liga. Der 28-Jährige hat bereits 21 Tore erzielt. Dabei spielt der Herbrechtinger auf der Zehnerposition, ist sehr fleißig und läuft unheimlich viel, sagt Thomas Bonnet.

Ganz vorne ist beim Tabellenführer aktuell Philip Dörflinger zu finden. Herausragend ist aber auch Marco Benz. Der 31-Jährige läuft zwar im defensiven Mittelfeld als „Sechser“ auf, hat aber 14 Tore in 14 Einsätzen erzielt.

Auf der Seite des FV Sontheim kommt Johannes Funk ebenfalls auf 14 Treffer. Damit ist er der beste Torschütze der Sontheimer „Zweiten“. Der 22-Jährige durfte auch schon viermal im Bezirksligateam auflaufen. Was auch auf Timo Mühlberger zutrifft. Der 20-Jährige pendelt zwischen der „Ersten“ und der „Zweiten“. In der Bezirksliga hat der Offensivspieler bereits ein Tor (in elf Einsätzen) gemacht. In der zwei Klassen tieferen Kreisliga B4 sind es fünf Tore (in neun Einsätzen).

Natürlich darf man das Sontheimer Urgestein nicht vergessen: Steven Färber bringt in der zweiten Mannschaft seine Erfahrung ein. Der 38-Jährige kommt auf zehn Tore (uns sechs Vorlagen) bei 16 Einsätzen.

Die unterschiedlichen Trainer: Thomas Bonnet trainiert in der sechsten Saison den SV Bissingen. Nach dieser Spielzeit ist Schluss. „Sechs Jahre im Amateurfußball ist eine lange Zeit“, sagt der 53-Jährige. „Den Jungs wird frischer Wind, andere Ansprachen, andere Trainingsinhalte, guttun. Und mir die Pause.“

Bonnett möchte – Stand jetzt – zunächst nichts machen. Er möchte aber auch nichts ausschließen, wie er sagt. Jens Wiedenmann möchte dagegen weitermachen – auch mit der Verbindung zur „Ersten“. Die Zusammenarbeit funktioniere sehr gut, sagt der 46-Jährige. „Es ist ein Geben und Nehmen.“

Kreisliga B: Knapper Derbysieg

30.03.2024

FV Sontheim II - SGM Niederstotzingen/Rammingen II 2:1 (1:1)

Am Doppelspielwochenende standen gleich zwei Derbys auf dem Programm. Bevor es am Ostermontag zum Liga-Primus nach Bissingen geht, stand am Ostersamstag das Derby gegen die SGM Niederstotzingen/Rammingen II an. Unsere Jungs gingen bereits in der 7. Spielminute mit 0:1 in Rückstand, gewannen anschließend mit zunehmender Spieldauer etwas mehr Oberwasser. Noch vor dem Seitenwechsel egalisierte Steven Färber die frühe Führung der SGM mit seinem Ausgleichstreffer zum 1:1 in der 42. Minute. Im zweiten Spielabschnitt gestaltete sich die Partie weiterhin offen, jedoch mit einem leichten Chancenplaus für unsere "Zweite". Es dauerte bis zur 80. Minute, ehe unser Knipser Timo Stein zur Stelle war und den viel umjubelten Treffer zum 2:1 erzielte. Dies war zugleich auch der Endstand in einem umkämpften Derby.

Herren I: Unentschieden gegen Aufsteiger Mögglingen

30.03.2024

FV Sontheim I - 1. FC Stern Mögglingen 3:3 (2:2)

Eine desolate Leistung bringt den FVS erneut um die Tabellenführung

In einem wilden Spiel geprägt von zahlreichen Fehlern kommt die Elf von Trainer Knäulein nicht über ein Unentschieden gegen den Tabellenvorletzten hinaus.
Bereits früh machte der Stern aus Mögglingen klar, dass sie dem Gastgeber nicht kampflos gegenüber stehen. Nach unnötigen Ballverlusten der Sontheimer schaltete der Gast immer wieder schnell um und hebelte die Hintermannschaft durch lange Bälle aus. Und so stand Wiedmann bereits in der 9.Minute zum ersten Mal vor dem Kasten von Keeper Reinelt und schon zur Führung ein. Es dauerte dann bis zur 32‘ ehe Gentner mit seinem ersten direkten Freistoßtor egalisierte. Yoldas kam fünf Minuten später nach herrlicher Vorarbeit von Sparr frei zum Kopfball und brachte die Sontheimer das erste und einzige Mal an diesem Tag in Führung. Wer dachte die Führung bringt dem FV die nötige Ruhe und Sicherheit der wurde noch vor der Halbzeit eines besseren belehrt. Wieder stand ein Mögglinger frei vor dem Tor und schob den Ball ins lange Eck.
In der Halbzeitpause hatte sich die Heimelf für die zweiten 45 Minuten viel vorgenommen. Dieses Vorhaben durchkreuzte Wiedmann im erneuten 1 gegen 1. Im ersten Versuch scheiterte er noch an Reinelt jedoch sprang ihm der Ball mithilfe von Fortuna direkt wieder vor die Füße. Somit mussten die Rot-Schwarzen erneut einem Rückstand hinterherlaufen. Gentners zweiter Freistoß landete glücklich im Netz des Aufsteigers.
Eine echte Schlussoffensive blieb zum Unmut vieler Zuschauer aus. Lediglich B.Matuschek setzte sich nochmal im Strafraum durch und scheitere unglücklich am Innenpfosten.
Mit der letzten Aktion des Spiels konnten sich die Sontheimer glücklich schätzen, als ein Mögglinger wieder einmal allein auf das Tor zulief und den Ball deutlich neben das Gehäuse setzte.
Der FV tritt weiterhin auf der Stelle und hat direkt am Ostermontag die Chance auf Wiedergutmachung.

Bezirksliga: Dämpfer im Aufstiegsrennen

24.03.2024

FV Sontheim I - SG Bettringen I 1:2 (1:1)

Auch im zweiten Spiel der Saison gegen die SG Bettringen geht der FV als Verlierer vom Platz. Am Ende nimmt der Landesligaabsteiger die 3 Punkte mit zurück ins heimische Gefilde.
Die Sontheimer wirkten gerade in der ersten Halbzeit deutlich unsortiert und kamen durch eine sehr hoch stehende Gästemannschaft immer wieder in Bredouille. Schon früh hätte die SG in Führung gehen können, vermisste aber teils freistehend vor dem Tor die nötige Genauigkeit.
In der 32. Minute ging man dann, wenn auch zu diesem Zeitpunkt glücklich, in Führung. Nach schnellem Spielaufbau von hinten über die linke Seite kombinierte man sich bis vor das gegnerische Tor. Am Ende traf Yoldas mit seinem starken linken Fuß ins lange Eck.
Wie schon im Hinspiel hielt die Sontheimer Führung nicht allzu lange und so konnte Müller mit einem sattem Schuss ins kurze Eck das Ergebnis wieder egalisieren. Pünktlich zum einsetzenden Regenschauer ging es dann in die Kabinen.
Nach taktischer Korrektur ging die Heimelf in der 2.Halbzeit dann geordneter zu Werke. Somit kam man immer öfter vor das gegnerische Tor und ließ hinten deutlich weniger zu. Mitten in der Drangphase, in der die erneute Sontheimer Führung in der Luft lag, trafen die Bettringer dem FV mit einem Freistoß mitten ins Fußballerherz. Reinelt verschätzte sich bei der Flanke aus rund 30 Meter, sodass diese ungestreift den Weg ins Tor fand. Anschließend verteidigten die Gäste mit Mann und Maus und hielten dem quantitativen Ansturm bis zum Ende stand.
Da von den Top 5 der Bezirksliga an diesem Spieltag keiner gewinnen konnte, verweilt der FV weiterhin auf Platz 3.

Kreisliga B: Klare Sache gegen den SV Waldhausen II

24.03.2024

Herren II:

FV Sontheim II - SV Waldhausen II 7:0 (4:0)

Gegen den SV Waldhausen II sorgte unsere "Zweite" bereits im ersten Spielabschnitt für klare Verhältnisse. Zunächst sorgte Theo Funk in der 18. Spielmiute für den 1:0-Führungstreffer, ehe Caner Otabasi mit zwei Treffern und Timo Mühlberger binnen zehn Minuten auf 4:0 erhöhten (33.,35.,44.). Nach dem Seitenwechsel blieben zunächst viele Chancen ungenutzt, doch mit 2 weiteren Treffern durch Jonas Horsch konnte das Ergbnis auf 6:0 hochgeschraubt werden. In der Schlussphase sorgte Fabian Neidhardt in der 85. Minute mit seinem Treffer für den 7:0-Endstand.

Kreisliga B: 2:4-Auswärtssieg bei der TSG Schnaitheim II

17.03.2024

Herren II:

TSG Schnaitheim II - FV Sontheim II 2:4 (1:1)

Beim Drittletzten der Tabelle tat sich unsere "Zweite" auf dem Kunstrasenplatz anfangs schwer ins Spiel zu finden. Nach dem Rückstand in der 26. Minute gelang Luca Dörner noch vor dem Seitenwechsel in der 40. Minute der Ausgleichstreffer zum 1:1. Im zweiten Spielabschnitt begannen unsere Jungs druckvoll nach vorne und Pascal Walliser gelang kurz nach Wiederanpfiff der Führungstreffer zum 1:2 (47.). Die TSG Schnaitheim hatte auch Möglichkeiten und so fiel in der 56. Minute der Ausgleichstreffer zum 2:2. Für unsere Jungs hieß es dann in der letzten halben Stunde des Spiels: Nochmal alles reinhauen, um wichtige 3 Punkte aus Schnaitheim mitzunehmen. Nur fünf Minuten nach dem zweiten Gegentreffer war Johannes Funk zur Stelle und brachte den FVS mit seinem Treffer zum 2:3 wieder in Führung (61.). Rund 15 Minuten vor dem Spielende baute Steven Färber den Vorsprung auf zwei Tore aus. Nach anfäglichen Schwierigkeiten gewinnen unsere Jungs am Ende mit 2:4.

Bezirksliga: 0:5-Auswärtssieg bei der TSG Schnaitheim

17.03.2024

Herren I:

Bericht: Jochen Gerstlauer, Heidenheimer Zeitung

Bild: Oliver Vogel, Heidenheimer Zeitung

Die TSG Schnaitheim kassiert eine herbe Klatsche gegen den FV Sontheim

Die TSG Schnaitheim verliert 0:5 (0:2) gegen einen stark aufspielenden FV Sontheim. In doppelter Unterzahl hätte das Ergebnis für den Gastgeber jedoch noch schlimmer ausgehen können.
 

Die einen kämpfen gegen den Abstieg, die anderen um den Aufstieg. Der Tabellenletzte und Gastgeber Schnaitheim hatte zuletzt mit zwei Erfolgen und Verkürzung auf drei Punkte Rückstand auf einen Relegationsplatz wieder große Hoffnung den Klassenerhalt zu erreichen. Nach dem Spiel gegen ambitionierte Sontheimer musste aber die Mannschaft von Trainer Erdal Kalin einen herben Rückschlag einstecken.

Nach den vielen Regenfällen zuletzt musste man auf den Kunstrasenplatz am Fischerweg ausweichen. Der Rasen auf dem Moldenberg war zu sehr aufgeweicht, um dort ein Spiel auszutragen. Die äußerlichen Bedingungen waren optimal und vor knapp 150 Zuschauern musste die TSG gleich nach vier Minuten die erste bittere Pille schlucken. Sontheims Angreifer Edis Yoldas zog aus knapp 18 Metern halblinks mit seinem starken linken Fuß ab. Der Ball ging an den Innenpfosten und von dort ins Tor. Der vierte Saisontreffer des 32-Jährigen. Ohne großen Schock spielten die Schnaitheimer aber munter mit. Ein Unterschied war gegen personell stark dezimierte Sontheimer nicht zu sehen.

Rote Karte für die TSG Schnaitheim

In der 38. Minute folgte eine Szene, die das Spiel letztlich entscheiden sollte. Felix Sparr lief aus abseitsverdächtiger Position aufs TSG-Tor zu und wurde von Schnaitheims Sebastian Holz zu Fall gebracht. Der junge Schiedsrichter gab die Rote Karte und Freistoß. Markus Heisele legte sich den Ball zurecht, da der Freistoßspezialist Daniel Gentner aufgrund seiner zweiten Vaterschaft nicht mit von der Partie war. Vor den Augen von Marc Schnatterer, der mit seiner Familie unter den Zuschauern weilte, versenkte Heisele den Ball zum 2:0. Der sechste Saisontreffer des 36-Jährigen.

Zum gebrauchten Tag kamen dann noch die Verletzungen von Sebastian Störrle und Torhüter Kevin Bauder in der 40. Minute dazu. Mit dem 0:2 war bei Unterzahl gegen starke Gäste schon eine Vorentscheidung gefallen.

Für die endgültige Entscheidung sorgte dann Heisele mit seinem zweiten Treffer an diesem Sonntag. Von Elias Oberling schön in die Gasse geschickt, musste der Angreifer nur noch einschieben. TSG-Ersatzkeeper Brian Günther war zwar noch dran, konnte das 3:0 für den FV aber nicht verhindern. Der 22-jährige FV-Angreifer Jakob Gläser netzte in der 63. Minute zum 4:0 nach einer feinen Einzelleistung ein. Nachdem Luis May auf Seiten der Gastgeber in der 66. Minute mit Gelb-Rot vom Platz musste, ging es für die TSG um Schadensbegrenzung. Tatsächlich hatten die Gäste ein Einsehen und schlugen nur noch einmal in der 75. Minute zu. Oberling drosch nach sehenswerter Vorarbeit von Heisele den Ball in die Maschen zum 5:0. Für den 24-jährigen Mittelfeldspieler der dritte Saisontreffer. Schnaitheim kämpfte aufopferungsvoll gegen eine höhere Niederlage und hatte sogar noch Chancen zum Ehrentreffer. Am Ende war es in doppelter Unterzahl mit 0:5 einigermaßen glimpflich ausgegangen.

Das sagen die Trainer

Für TSG-Trainer Kalin war nicht die Niederlage das Ärgerliche, sondern der Verlust mehrerer Spieler: „Wir waren so gut drauf und jetzt muss ich die gesperrten und verletzten Spieler wieder ersetzen." Seiner Ansicht nach habe der Schiedsrichter in dieser Situation kein Fingerspitzengefühl gezeigt: "Es war keine Rote Karte, da es zuvor Abseits war, der Sontheimer vorher schon ins Straucheln kam und der Ball aus der Gefahrenzone war." Bis zu dieser Entscheidung habe man gute Möglichkeiten gehabt, um gegen den FV gut auszusehen.

Laut Sontheims Coach Sebastian Knäulein hatte es seine Mannschaft zunächst schwer. „Schnaitheim ist deutlich stärker aufgetreten als noch vergangenes Jahr, dennoch haben wir heute ein tolles Spiel gemacht und uns viele Chancen erarbeitet." Für Knäulein gab es neben dem Sieg noch einen positiven Aspekt. „Ich bin froh, dass sich niemand verletzt hat und keine neue Sperre dazu gekommen ist."

Umfrage: Spannung in der Bezirksliga

13.03.2024

Herren I:

Bericht: Edgar Deibert, Heidenheimer Zeitung

Bilder: Heidenheimer Zeitung & Privat

Aufregendste Saison aller Zeiten: Die Bezirksliga sorgt selbst in Dubai für Furore

Wie geil kann Fußball sein? Die Bezirksligateams sagen: Ja. Dabei sind die drei ersten Mannschaften punktgleich – und dahinter haben die zwei folgenden Teams nur einen Punkt Rückstand. Die Kicker-Experten Joe Colletti, Christian Kreutter, Heike Häge und Martin Rebhan nehmen die Liga unter die Lupe. Wer bislang am meisten überrascht hat, wer die Vollstrecker sind und wer am Ende ganz oben stehen wird:
 

Sonntagsnachmittags geht der erste Blick, na klar, auf die Tabelle der Fußball-Bezirksliga. Wer ist dieses Mal vorne, wer ist abgerutscht? Die ersten sechs Teams trennen nur fünf Punkte. Bislang gab es fünf verschiedene Tabellenführer. Ein Traum für unabhängige Fußballfans. Daher hat die Heidenheimer Zeitung vier Fußball-Experten nach ihren Highlights befragt und sie zugleich in die sprichwörtliche Glaskugel blicken lassen. Wer macht das Rennen im heiß umkämpften Titelrennen?

Die Bezirksliga aus dem Effeff kennt Christian Kreutter. Schließlich hat der 37-Jährige in der vergangenen Saison die Meisterschaft mit Germania Bargau geholt. Auch da war es ein enges Rennen, allerdings nicht mit so vielen Mannschaften. „Da schlägt das Sportlerherz höher. Besser kann es fast schon nicht mehr werden“, freut sich Kreutter.

Nach einem kurzen Abstecher nach Pleidelsheim ist Kreutter zurück in Bargau (Landesliga). In der vergangenen Saison gelangen dem Angreifer 19 Tore – seinem Sturmpartner Tobias Klotzbücher 20. Kein Wunder also, dass er seinen Blick gerne auf ein Sturmduo der aktuellen Bezirksligasaison richtet: Baris Acikgöz (15 Tore) und Nico Hering (14), die die SG Heldenfingen/Heuchlingen mit ihren Treffern zum neuesten Tabellenführer gemacht haben. „Zwei so verlässliche Stürmer sind sehr viel wert. Das war bei uns in Bargau in der vergangenen Saison auch so“, sagt Kreutter. Und er verweist darauf, dass die SG die bislang wenigsten Gegentore zugelassen hat (16).

Kreutter, der aus Sontheim stammt, mit seiner Familie aber in Höpfigheim (Steinheim an der Murr) lebt, hat einst mit Daniel Mack zusammengespielt. Der Trainer der SG Heldenfingen/Heuchlingen ist dafür bekannt, dass er auch jetzt den Blick auf die Tabelle lieber meidet, uns sich vorsichtig äußert, wenn es um die Frage geht, ob seine Mannschaft ein Spitzenteam ist. „Demut ist wichtig, nur so erreicht man etwas. Aber wir wissen alle, dass es bei Heldenfingen/Heuchlingen nicht mehr nur um den Klassenerhalt gehen kann“, sagt Kreutter.

Wenn es nach seinem Bauchgefühl geht, würde er auf die SG Heldenfingen/Heuchlingen als Meister tippen. „Mein Herz schlägt aber für Sontheim, das ist klar“, schiebt Christian Kreutter nach. Und: „Auch Nattheim wäre jetzt mal dran.“

Dieser Meinung ist auch Heike Häge. „Nattheim hätte den Aufstieg zum Abschied von Laible (Trainer Maximilian Laible verlässt am Saisonende den Verein) verdient“, sagt die 44-Jährige, die zusammen mit Alexander Pejovic die Fußballerinnen des FV Sontheim bis in die Landesliga geführt hatte, nun aber eine Pause macht. Sie sehe sich momentan mehr Spiele an als zu der Zeit, in der sie Sontheimer Trainerin war, sagt Häge, die das scherzhaft als „Fußballgaga“ bezeichnet. Die Situation in der Bezirksliga findet sie „ganz heiß“. So eine Konstellation gebe es richtig selten.

Und auch Häge hebt das Sturmduo der SG Heldenfingen/Heuchlingen hervor. „Baris und Nico sind zwei Vollstrecker. Die Liga lebt von solchen Spielern“, sagt die Niederstotzingerin, die aber auch Daniel Gentner vom FV Sontheim herausstreicht. „Er ist einer, der Spiele entscheiden kann. Auch wenn er manchmal sein Temperament etwas zügeln muss“, sagt Häge mit einem Schmunzeln.

Jahrelang hat er die Bezirksliga geprägt: Gioacchino „Joe“ Colletti. Der 39-Jährige war zum Beispiel Trainer bei den Sportfreunden Lorch und dem TV Neuler, mit dem er in der Saison 2021/22 Vizemeister wurde. „Die Liga ist echt spannend. Ich sehe es als einen Sechskampf um die Meisterschaft“, sagt der Stürmer, der nun zusammen mit seinem Bruder Angelo die SG Union Wasseralfingen in der Kreisliga A2 betreut. Joe Colletti betont aber auch: „Bettringen (Tabellensiebter) würde ich nicht abschreiben.“

Von der Erfahrung des Teams her tippt Colletti auf den FV Sontheim. Doch andererseits stehe die SG Heldenfingen/Heuchlingen momentan „zurecht ganz oben“, überrascht sei er vom Tabellenzweiten (und zugleich Aufsteiger) Stödtlen/Tannhausen.  „Es ist vielleicht die beste Bezirksligasaison der letzten zehn Jahre. Sonntags nach unserem eigenen Spiel checken wir die Ergebnisse der Bezirksliga. Diese Saison ist brutal faszinierend“, sagt Colletti. Und für diese hat er einen Wunsch: Aufsteigen soll die TSG Nattheim. Schließlich haben Nattheims Coach Laible und Colletti einst zusammengespielt (Kirchheim/Teck, Oberliga).

Über einen Meisterschaftstipp muss man mit Martin Rebhan nicht reden. „Was ist das für eine dumme Frage?“, bekommt man in dem Fall um die Ohren gehauen. „Am Ende wird sich der FV Sontheim aufgrund seiner mannschaftlichen Geschlossenheit durchsetzen. Zum 100-jährigen Bestehen des Vereins im Sommer wäre es eine gelungene Sache“, sagt der Darmstädter. Kein Wunder: Eineinhalb Jahre hat der den FVS zusammen mit Sebastian Knäulein trainiert, ehe es bei ihm eine berufliche Veränderung gab. Doch noch immer schaut Rebhan bei Sontheimer Spielen vorbei, so auch beim 1:1 bei der SG Heldenfingen/Heuchlingen.

Und ohne die Sontheimer Brille? Wie lautet der Meistertipp, wenn man den FV Sontheim ausblendet? „Das wäre dann die TSG Nattheim. Für Laible wäre es ein Riesending.“ Doch welches Team imponiert dem ehemaligen Fußballer, der zusammen mit Frank Schmidt bei den Amateuren des 1. FC Nürnberg gewesen ist, am meisten? Auch Rebhan, hier sollte Daniel Mack auch schnell drüberlesen, nennt Heldenfingen/Heuchlingen. Mit Nico Hering haben sich Martin Rebhan und seine Frau Heike in Heuchlingen ein wenig unterhalten. „Nico finde ich überragend. Auch Elvir Arslanovic, der hat ja mal in Sontheim gespielt, wird seinen Weg gehen.“

Darmstadt, Heidenheim (Heimspiel des FCH gegen Frankfurt), Heuchlingen – Dubai und wieder zurück. Rebhan und seine Frau haben ein schönes Reiseprogramm. Und auch in Dubai informiert er sich über die Bezirksliga – auch dank der Sontheimer Whatsapp-Gruppe. „Es ist richtig stark, was in der Liga gerade abläuft“, sagt er.

Die lange Verletztenliste des FV Sontheim in der Bezirksliga

13.03.2024

Herren I:

Bericht: Edgar Deibert, Heidenheimer Zeitung

Bilder: Heidenheimer Zeitung

Aufgrund von Verletzungen: Diese Spieler des FV Sontheim rechnen mit einem Karriereende

Über eine Konstanz im Kader würde sich wohl so manch ein Fußballtrainer freuen. Doch dies ist nicht immer einfach. Ein Beispiel ist der FV Sontheim. Im Bezirksligakader fehlen aktuell einige Leistungsträger. Zwei verdiente Spieler werden ihre aktive Laufbahn wohl sogar beenden:
 
Über eine lange Ausfallliste zu klagen, bringt nichts. Und das macht man beim FV Sontheim auch nicht. Allerdings ist es auffällig, wie viele Spieler dem Bezirksligateam im Kampf um die Meisterschaft momentan fehlen. Bislang können die Sontheimer die Ausfälle gut kompensieren, schließlich belegen sie in einer engen Liga den fünften Tabellenplatz und haben nur einen Punkt Rückstand auf Spitzenreiter SG Heldenfingen/Heuchlingen.
 
Dabei fehlen dem FV Sontheim aktuell acht Leistungsträger. Einer, der nicht verletzt ist und trotzdem nicht spielen darf, ist Jonathan Mack. Der 29-Jährige sah im ersten Spiel des neuen Jahres bei der SG Heldenfingen/Heuchlingen die rote Karte und wurde dafür für drei Partien gesperrt. Mack muss noch in zwei weiteren Begegnungen aussetzen.
 
Wohl gar nicht mehr für den FV Sontheim auflaufen wird René Färber. Der 31-Jährige hat sich in einem Testspiel gegen den SV Neresheim in der Sommervorbereitung Bänder in der Schulter gerissen. Auch aufgrund weiterer Gründe wird er wohl nicht mehr für Sontheim spielen.
 
 
Eine schwere Verletzung verhindert auch ein Weiterspielen von Mario Laubmeier. Der 31-Jährige hatte sich in der Sommervorbereitung ein Kreuzband angerissen. Auf eine Operation soll verzichtet werden, daher wird „Laubi“ ebenfalls wohl nie wieder das Sontheimer Trikot in einem Pflichtspiel überstreifen.
 
An einer Knieverletzung laboriert Ruben Ertle. Der 24-Jährige musste sich einer Meniskus-Operation unterziehen und fällt auf unbestimmte Zeit aus.
 
Mit Bastian Matuschek kommt beim FV Sontheim ein weiterer Spieler dazu, der aufgrund einer Knieverletzung aussetzen muss. Sein Zwillingsbruder Fabian steht Trainer Sebastian Knäulein allerdings zur Verfügung.
 
Tim Urban fehlt dem FV Sontheim länger. Der schnelle Offensivspieler hat sich ein Schlüsselbein gebrochen und ist zum Zuschauen gezwungen. Ähnlich ist es bei Jorgo Kentiridis, der sich bei seinem Pflichtspiel-Comeback als Kapitän eine Radiusköpfchenfraktur zugezogen hat.
 
Offen ist, wann Tobias Hörger wieder spielen wird können. Die Ursache für eine entzündete Patellasehne ist noch nicht gefunden. In dieser Saison konnte der 28-Jährige nur bei zwei Spielen dabei sein.

Bittere Verletzung von Jorgo Kentiridis bei seinem Startelf-Comeback

12.03.2024

Herren I:

Bericht: Edgar Deibert, Heidenheimer Zeitung

Bilder: Oliver Vogel & Markus Brandhuber, Heidenheimer Zeitung

Kapitän des FV Sontheim
Unglückliche Verletzung beim Comeback: So geht’s Jorgo Kentiridis vom FV Sontheim
 
Das kann doch wohl nicht wahr sein: Bei seinem ersten Pflichtspiel von Beginn an nach knapp zwei Jahren verletzte sich Jorgo Kentiridis schwer, dieses Mal am Arm. Warum sich der Kapitän des FV Sontheim wie in einem schlechten Film wähnt, worauf er jetzt achtet und welche Bilder ihn ausgerechnet motivieren:
 

Der große und vor kurzem verstorbene Andreas Brehme hat die deutsche Nationalmannschaft 1990 nicht nur zum Fußball-Weltmeister gemacht (verwandelter Elfmeter zum 1:0-Sieg gegen Argentinien). Er prägte auch einen, zugegeben keinen literarisch schönen, Satz: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!“ Bedeutsam ist der Ausspruch in der Sportlerwelt allerdings schon. Jorgo Kentiridis könnte das sicherlich unterschreiben.

Im ersten Spiel des neuen Jahres führte der 28-Jährige die Bezirksliga-Mannschaft des FV Sontheim gegen die SG Heldenfingen/Heuchlingen aufs Feld. „Ein geiles Gefühl, wenn der Captain wieder an Bord ist“, macht Sebastian Knäulein aus seiner Gefühlslage keinen Hehl. Der Sontheimer Trainer musste – mit kleineren Unterbrechungen – knapp zwei Jahre auf Kentiridis verzichten. Dabei sagt Knäulein: „Jorgo ist mit Herz und Blut Sontheimer, ein absoluter Teamplayer. Seine Verletzung tut auch uns richtig weh.“

Zwei Jahre – im Sportkosmos eine sehr lange Zeit. Eine hartnäckige Schambeinentzündung bremste Kentiridis aus. Auf der Suche nach der Ursache probierte er vieles aus, war bei verschiedenen Ärzten, Physiotherapeuten. Auch Proteine aus Schlangengift waren ein Ansatz. Eine „1-A-Lösung“, wie Kentiridis es ausdrückt, gab es schlichtweg nicht. „Was mir genau geholfen hat, weiß ich bis heute nicht“, sagt er und schiebt nach: „Geduld ist das Wichtigste. Man muss auf den eigenen Körper hören.“

Die Schambeinentzündung war auskuriert, in der Wintervorbereitung konnte Kentiridis fast das ganze Programm mitmachen, wobei er einschränkt: „Ich habe teilweise die Intensität verringert, habe eine Trainingseinheit weniger mitgemacht.“ Nun war es aber so weit: Der Herbrechtinger feierte sein Comeback und lief bei einem Pflichtspiel wieder von Beginn an auf. „Ich war richtig heiß darauf. Dafür brennt man als Sportler: Mit den Mitspielern auf dem Platz zu kämpfen oder mit ihnen nach einem Tor zu jubeln“, sagt Kentiridis.

Nach knapp 70 Minuten war aber wieder Schluss. Bei einer Aktion wollte sich der Mittelfeldspieler bei einem Sturz mit dem rechten Arm abstützen – und musste danach verletzt ausgewechselt werden („Ich habe ein Knacksen gehört“). Noch am selben Tag ging es ins Klinikum. Er habe zunächst an eine Prellung gedacht. Die Röntgenaufnahme ergab allerdings: Radiusköpfchenfraktur – der häufigste Bruch im Bereich des Ellenbogens (oberes Ende der Speiche). „Als Fußballer fällst du bestimmt 4.000 Mal hin, ohne dass da etwas passiert. Bei Jorgo war dies leider nicht der Fall“, bedauert Trainer Knäulein.

Für zwei Wochen wird Kentiridis einen Gips tragen. Er rechnet damit, dass er knapp acht Wochen auf Sport verzichten wird müssen. Am Abend nach der Diagnose und auch am Tag darauf sei sein Kopf leer gewesen, sagt er. „Ich habe auf keine Nachricht geantwortet. Es ist wie in einem schlechten Film.“

Schließlich hat er schon mehrere Rückschläge erlitten. Doch gerade daraus schöpft er auch Hoffnung. „Ich weiß, dass ich zurückkommen kann“, sagt er aus Erfahrung. Sein Ziel: eine Rückkehr zum Endspurt der Saison. Bis dahin wird er sich wieder vieles, wie die Kondition, neu erarbeiten müssen. Doch Kentiridis ist voller Optimismus, dabei geht er auch mit Bildern – gemacht von einem HZ-Fotografen während des betreffenden Spiels – von seiner neuerlichen Verletzung offen um. „Sie sind für mich sogar eine Motivation für ein neues Comeback“, schimmert bei ihm der Kampfgeist und die Hoffnung auf ein Happy End eines schlechten Films durch.