Bezirksliga: Der FV verliert wohl 3 Punkte am grünen Tisch

08.09.2022

Bericht: Edgar Deibert, Heidenheimer Zeitung

Neue Wertung: Warum der FV Sontheim in der Tabelle abgerutscht ist

Ein Nachspiel hat der 3. Spieltag in der Fußball-Bezirksliga. Sportlich gesehen gewann der FV Sontheim das Kreisderby gegen die SG Heldenfingen/Heuchlingen mit 2:1. Die Partie wird nach einem Urteil des Sportgerichts nun aber mit 3:0 für die Gäste gewertet. Welche Begründung das Sportgericht hat und was die Vereine sagen.

Auch zwischen den offiziellen Spieltagen können sich in der Tabelle Veränderungen ergeben. So ist der FV Sontheim vom dritten auf den achten Platz abgerutscht. Dafür hat die SG Heldenfingen/Heuchlingen die ersten drei Punkte auf dem Konto. Dabei haben beide Teams gar nicht gespielt. Wie kommt das?

Nach dem Kreisderby der beiden Vereine (3. Spieltag, 28. August 2022) hatte die SG Heldenfingen/Heuchlingen in einer Stellungnahme angemerkt, dass beim FV Sontheim ein Spieler nicht im Online-Spielberichtsbogen aufgeführt war.

Urteil des Sportgerichts

Dies sah das Sportgericht als erwiesen an. Der betreffende Spieler sei zwar grundsätzlich für den FV Sontheim spielberechtigt, allerdings nicht teilnahmeberechtigt für die betreffende Partie gewesen. Denn jeder Spieler, der am Spiel teilnimmt, müsse im Online-Spielberichtsbogen gelistet werden, erklärt Herbert Mayer, Vorsitzender des Sportgerichts Ostwürttemberg.

Dieser Spielberichtsbogen muss bis 45 Minuten vor Beginn einer Begegnung von den Vereinen freigegeben werden. Anschließend seien zwar Änderungen möglich, diese müssten aber vom Schiedsrichter vorgenommen werden. Der Einsatz eines nicht teilnahmeberechtigten Spielers führe zum Spielverlust, so Mayer weiter.

Legt der FV Sontheim Einspruch ein?

Mit großem Unverständnis reagiert man beim FV Sontheim auf das Urteil des Sportgerichts. Zum einen habe der Online-Spielberichtsbogen am betreffenden Tag nicht einwandfrei funktioniert, sagt Abteilungsleiter Hannes Blank. Zum anderen habe der betreffende Spieler nur wenige Momente am Spielende auf dem Platz gestanden. Daher prüfe der FVS die Möglichkeit eines Einspruchs. Für diesen hat der Verein zehn Tage ab Urteilsverkündung (Montag, 5. September) Zeit. Die nächsthöhere Instanz wäre ein WFV-Gremium in Stuttgart.

Den Stein ins Rollen gebracht hat dabei wohl der Schiedsrichter, der mit dem Verhalten einiger Mitglieder beider Vereine nicht einverstanden gewesen sei, erklärt Daniel Mack. So wurden beide Vereine vom Sportgericht dazu aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben. In diesem Zusammenhang habe sich herausgestellt, dass an der Sontheimer Aufstellung etwas nicht stimme, so der 41-Jährige, der einräumt, dass ihm der formale Fehler nicht aufgefallen wäre. „In solchen Fällen legt man selbst in der Bundesliga Einspruch ein. Es ist eigentlich eine klare Sache. Den Spieler hätte man ja beim Schiedsrichter nachmelden können.“

Doch auch diesem unterlief ein Fehler. So erscheint Jorgo Kentiridis unter den offiziellen Einwechslungen. Dabei hat der Sontheimer gar nicht gespielt.

Update 9. September 2022:

Der Schiedsrichter hat nicht das Verhalten einiger Mitglieder des FV Sontheim bemängelt. Nach Spielende diskutierte Daniel Mack, Trainer der SG Heldenfingen/Heuchlingen, sehr emotional eine seiner Meinung spielentscheidende Szene mit dem Unparteiischen. Auch Gästespieler sollen beteiligt gewesen sein. Daher wurden beide Vereine vom Sportgericht zu einer Stellungnahme aufgefordert. Unabhängig davon gab es einen Hinweis, dass an der Sontheimer Aufstellung wohl etwas nicht stimme.