Sportler und ihre Tiere: Ein Bericht über unseren Tobias Hörger

07.03.2024

Bericht: Edgar Deibert, Heidenheimer Zeitung

Bilder: Rudi Penk, Heidenheimer Zeitung

Tierische HZ-Serie
Sportler und ihre Tiere: Beim Hobby von Fußballer Tobias Hörger dreht sich alles um Hühner
 
Tobias Hörger ist eine Säule des Fußball-Bezirksligisten Sontheim. Er scharrt aber auch für ein anderes Hobby mit den Füßen: Hühner. Der 28-Jährige erzählt, wie es dazu gekommen ist, was ihn daran so fasziniert und welchen Werbeslogan seine Mannschaft bereits erstellt hat:

Sportler sieht man in Trikots, ganz klar. Entweder sie werfen Basebälle, Kegel, Handbälle, Basketbälle. Oder sie jagen Volleybällen nach, laufen gegen die Zeit, springen hoch und/oder weit. Sieht man Athleten in normaler Kleidung, kann schon mal die Frage fallen: Was ist denn mit dir? Heute gar kein Sport?

Tobias Hörger ist Ballkünstler. Bei den Fußballern des FV Sontheim beackert er die linke Außenbahn. Normalerweise. Aktuell ist der 28-Jährige zwar verletzt, doch in „zivil“ sieht man ihn während seiner Freizeit häufiger. Dann, wenn es zu „seinen“ Hühnern geht.

Die Familie betreibt eine Nebenerwerbslandwirtschaft. Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie kam 2020 die Idee auf, eigene Hühner zu halten. „Ich habe mal Hühnerställe gesehen und hatte den Eindruck, dass das Bewusstsein für regionale Produkte stärker geworden ist“, erinnert sich Hörger. Die Infrastruktur war gegeben: Wiesen und ein Fuhrpark. Dem ersten mobilen Stall folgte ein Jahr später ein zweiter, wiederum ein Jahr darauf ein dritter.

Insgesamt hält die Familie Hörger 1000 Hühner. Hybridhühner. „Ich finde es echt witzig. Mein Opa hatte schon immer Hühner, so 10 bis 15. Die waren scheu, unsere sind aber total zutraulich und neugierig. Es sind echt schöne Tiere, die angelaufen kommen, wenn ich komme“, erzählt Hörger.

Gackern, Picken, Scharren. Mit etwas Fantasie könnte man einen Bogen zu einer Fußballerkabine schlagen. „Hier erzählen wir uns alles – und lachen viel“, räumt Hörger ein und nennt ein Beispiel: „Ich weiß nicht mehr, wer darauf kam, Kaste (Michael Kastler, Spieler) oder Hannes (Abteilungsleiter Hannes Blank). Aber es gab die Idee eines Hosen-Sponsorings: Vorne links auf den Shorts soll ‚Freilandeier Sontheim‘ – und rechts ‚Wir haben die dicksten Eier‘ stehen‘“, erzählt Hörger – und lacht. „Vielleicht werden wir das mal umsetzen.“ Nur gut, dass er auch Teil des Sponsoringteams des FV Sontheim ist.

Tagsüber können die Hühner auf der Wiese ihrem natürlichen Verhalten nachgehen, sagt Hörger. „Hier haben sie frisches Grün, sie können im Gras wühlen, scharren oder picken. Abends gehen sie von sich aus in den jeweiligen Stall. Das funktioniert super, es passiert nur selten, dass einzelne Hühner abends noch draußen sind.“ Die Klappen schließen sich automatisch, dank einer PV-Anlage. Das Gleiche gilt auch für das Futterband innerhalb des Hühnerstalls. Natürlich gibt es auch Überwachungskameras in den Ställen. „Es ist total faszinierend, wie die Hühner auf ihren Stangen sitzen und brav warten, um ihre Eier zu legen“, sagt Hörger. Fußballtrainer können von solch folgsamen Spielern dagegen oft nur träumen.

Die Familie schaut regelmäßig nach den Hühnern, füllt Wasser oder Futter auf, mistet. „Da brauchen wir aber keine Mistgabel“, sagt Hörger und lacht. Mithilfe eines Förderbands kommt der Hühnerkot direkt in die Frontlader-Schaufel eines Traktors. Etwas Luxus muss dann doch sein.

„Es kommt schon mal vor, dass ich vor einem Spiel Eier geholt habe und nach dem Spiel abends wieder hin bin“, sagt Tobias Hörger. „Ich finde es cool, ein quasi eigenes Produkt in der Hand zu halten. Und wenn man sich nicht darum kümmert, gibt es halt kein Produkt.“

Sein Tipp: „Vor dem Fußballspiel esse ich gerne ein getoastetes Brot mit Avocado und Rührei drauf. Das gibt besonders viel Energie.“ Dann rennt er voller Elan die Außenbahn rauf und runter. Und die Eier landen bei Hörgers nicht nur auf dem eigenen Tisch. „Wir verkaufen Eier und auch Nudeln aus den Eiern über den Hofladen, unser Eierhäusle in Sontheim. Der größte Anteil geht aber an regionale Märkte.“

Die Hühner kommen mit 17, 18 Wochen von einem Aufzuchtbetrieb im Allgäu – und bleiben knapp 14 Monate – deutlich länger, als so manch ein Trainer in der ersten und zweiten Bundesliga im Amt ist. In zehn Tagen legen die Hühner im Durchschnitt neun Eier. (In einer früheren Version des Textes stand fälschlicherweise: Pro Tag legen die Hühner im Durchschnitt neun Eier.“) Und wie sieht’s mit Spitznamen aus? Damit tut man sich generell schwer, sagt Hörger. „Wir hatten mal ein Huhn, das gehinkt hat. Das war dann die hinkende Lotta.“

Einige Mitspieler, vor allem die mit Kindern, nutzten die Hühnerställe gerne als Ausflugsziel. Stehen die Ställe nah an einer für Radfahrer gut zugänglichen Stelle, bekommen die Hühner auch von diesen Besuch, sagt Hörger aus Erfahrung. „Für mich selbst ist die Arbeit mit den Hühnern ähnlich wie Fußball: Es ist gut, um den Kopf freizubekommen. Aber es ist ein anderes Kopf-frei-bekommen“, sagt der Abteilungsleiter für Infrastruktur und Logistik bei der Firma Zeiss. Er schätze dann die Ruhe, die angenehme Atmosphäre. „Egal, ob ich Stress habe, zum Beispiel bei der Arbeit. Es ist super zum Runterkommen“, so Hörger. Ob er später mal selbst auch Hühner halten werde? „Auf jeden Fall. Ich bin ja der Junior“, sagt Tobias Hörger voller Stolz – und lächelt verschmitzt.

Gespannt ist er auch über die Resonanz. „Ich mache bei dieser Serie sehr gerne mit und habe meinen Freunden und meiner Mannschaft gleich davon erzählt. Schon da gab’s viele Lacher.“ Daher lautet Hörgers Aufforderung: „Ich hoffe, dass sich dadurch ein paar angesprochen fühlen. Sie sollen den Spaß mitmachen und zeigen, was sie für Haustiere haben“, sagt der Fußballer und schiebt scherzhaft nach: „Irgendwas mit Tieren.“ Das zieht doch bestimmt?

Kreisliga B: Schützenfest zum Rückrundenauftakt

03.03.2024

Herren II:

SG Heldenfingen/Heuchlingen II - FV Sontheim II 0:7 (0:4)

Zum Rückrundenauftakt zeigte sich unsere "Zweite" bei der Zweitvertretung der SG Heldenfingen/Heuchlingen in Torlaune und fegte die Gastgeber mit 7:0 vom Feld. Die Tore erzielten je 2x Pascal Walliser und Caner Otabasi, sowie je 1x Jonas Horsch, Nico Mack und Theo Funk.

Bezirksliga: Unentschieden im Topspiel

03.03.2024

Herren I:

Bericht: Jochen Gerstlauer, Heidenheimer Zeitung

Bild: Markus Brandhuber, Heidenheimer Zeitung

Nach dem Unentschieden: Frust beim FV Sontheim, Zufriedenheit bei der SG Heldenfingen/Heuchlingen

Nach der Winterpause kam es in Heuchlingen gleich zum Spitzenspiel zwischen der SG Heldenfingen/Heuchlingen und dem FV Sontheim. Nach intensiven 90 Minuten gab es am Ende eine gerechte Punkteteilung (1:1).

Für die Hausherren kam es noch vor dem Anpfiff zum Rückrundenauftakt in der Bezirksliga knüppeldick: SG-Torhüter Matthias Nannt prallte beim Warmschießen unglücklich gegen den Pfosten und musste mit Verdacht auf einen Bänderriss passen. Ersatzkeeper Manuel Renner machte am Ende einen tollen Job.

Das Spiel startete vor stattlichen 300 Zuschauern ohne großes Abtasten. In der 6. Minute tauchte Sontheims Fabian Matuschek frei vor SG-Keeper Renner auf und drosch den Ball aus knapp zehn Metern übers Gehäuse. Die Gäste pressten früh und setzten die SG mächtig unter Druck. Erst nach etwa 20 Minuten konnten sich die Gastgeber etwas von der Umklammerung lösen. Ein Freistoß in der 26. Minute von SG-Torjäger Baris Acikgöz aus knapp 20 Metern konnte FV-Keeper Alois Reinelt gerade so aus dem unteren Eck fischen. Die größte Möglichkeit hatte FV-Angreifer Jorgo Kentiridis in der 37. Minute. Eine scharfe Hereingabe konnte der 28-Jährige aus drei Metern nicht am Keeper der Hausherren vorbeibringen.

Sontheim hatte mehr Ballbesitz in der ersten Halbzeit

Das Spiel hatte ein gutes Tempo und es waren viel Emotionen drin. Ein echtes Spitzenspiel mit gehöriger Spannung. Nach den ersten 45 Minuten hätte Sontheim aufgrund der höheren Spielanteile und den Chancen eigentlich führen müssen.

In der zweiten Halbzeit kamen die Hausherren zunächst mit einer deutlich energischeren Körpersprache aus der Kabine. Sie spielten jetzt mutiger nach vorne, ohne zwingende Chancen. Erst in der 64. Minute setzte Sontheims Fabian Matuschek einen Distanzschuss knapp neben das Gehäuse. Nach einem Foul klingelten bei der SG alle Alarmglocken. Freistoßspezialist Daniel Gentner beim FV legte sich den Ball zurecht und zirkelte diesen gefühlvoll in den linken Winkel zur verdienten Führung. Im Gegenzug kann SG-Angreifer Jakob Munz den Ausgleich machen, legte seinen Schuss aus 16 Metern aber knapp am leeren Tor vorbei. Also musste das Traumduo der Gastgeber ran. In der 83. Minute passte Acikgöz von Linksaußen auf den in der 70. Minute eingewechselten Nico Hering und dieser schob aus drei Metern zum viel umjubelten Ausgleich ein. Das Spiel wurde in den letzten Minuten ruppiger. FV-Spieler Jonathan Mack wurde in der Nachspielzeit nach einem Foul gegen Nico Hering vom Platz gestellt.

Die Reaktionen nach dem Spiel

Das Spiel endete letztlich unentschieden, womit beide Seiten leben konnten. FV-Spielführer und -Torschütze Daniel Gentner war am Ende etwas zwiegespalten: „Vor dem Spiel wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen, aber rückblickend hätten wir heute die drei Punkte mitnehmen müssen.“

Für SG-Trainer Daniel Mack war es ein intensives Spiel mit gerechtem Ausgang. „Sontheim hat uns zwar in der ersten Halbzeit weh getan, aber aufgrund der zweiten Halbzeit, in der meine Mannschaft besser gespielt hat, war es am Ende ok.“

FV-Trainer Sebastian Knäulein trauerte den verlorenen Punkten etwas nach. „Wir waren übers Spiel gesehen die deutlich bessere Mannschaft.“ Aber er lobte sein Team für die intensive Laufleistung und wie es sich auswärts gegen den Tabellenzweiten präsentierte.

Herren I: Vorbericht zum Rückrundenauftakt & Bezirksliga-Topspiel bei der SG Heldenfingen/Heuchlingen

29.02.2024

Herren I:

Bericht: Edgar Deibert, Heidenheimer Zeitung

Bild: Markus Brandhuber, Heidenheimer Zeitung

Vor dem Spitzenspiel in der Bezirksliga: So ziehen sich Daniel Mack und Sebastian Knäulein gegenseitig auf

In den unteren Fußballklassen geht die Saison endlich weiter. Im Spitzenspiel der Bezirksliga empfängt der Tabellenzweite SG Heldenfingen/Heuchlingen am Sonntag, 3. März, den Tabellendritten FV Sontheim. Es ist eine Partie, die unter besonderen Vorzeichen steht. Weshalb sich auch die beiden Trainer Daniel Mack und Sebastian Knäulein gegenseitig verbal auf den Arm nehmen:
 

Man kennt sich, man schätzt sich, man neckt sich. So, wie es zum Fußball dazugehört. Zusammen haben Sebastian Knäulein und Daniel Mack einst beim FV Sontheim gespielt. Nun gehören sie zu den erfolgreichsten Trainern im Landkreis Heidenheim. Und treffen mit ihren Teams am Sonntag, 3. März, im Spitzenspiel aufeinander (15 Uhr, Heuchlingen).

„Ich kann die Aufstellungen beider Mannschaften im DFBnet übernehmen. Damit alles fair abläuft und das Spiel sportlich entschieden wird. Sebastian kann sich gerne bei mir melden“, teilt Mack einen verbalen Seitenhieb aus. In der vergangenen Saison war dem FV Sontheim vor dem Spiel gegen die SG Heldenfingen/Heuchlingen bei der Mannschaftsaufstellung ein Fehler unterlaufen, der über Umwege auffiel. Aus einem Sontheimer Sieg wurde aufgrund eines Sportgerichtsurteils eine Niederlage. „Ich weiß, Fehler passieren“, betont Mack. Aber weil er als der Böse dagestanden habe, so zumindest sein Eindruck, habe er sich den Sarkasmus nicht verkneifen können.

Auf das unmoralische Angebot angesprochen, reagiert Sebastian Knäulein mit einem Lachen. „Ich weiß ja nicht, ob Dani das wirklich selbst macht. Aber das kann er gerne übernehmen“, kontert der 42-Jährige seinen ehemaligen Mitspieler. Die Angelegenheit aus der vergangenen Saison sieht Knäulein sonst als längst abgehakt. „Da ist nichts Besonderes mehr dabei“, betont er vor dem Duell des Tabellendritten FV Sontheim beim Tabellenzweiten SG Heldenfingen/Heuchlingen.

Wobei Neckereien keine Einbahnstraße sind. Während Mack die Favoritenrolle klar bei den Gästen sieht („vom Kader her haben sie die beste Mannschaft der Liga“), nimmt Knäulein sein Gegenüber für diese Aussage auf den sprichwörtlichen Arm: „Ich würde meine eigene Mannschaft nicht schlechter machen als sie ist“, so der Sontheimer Coach. „Ich denke, dass es in diesem Spiel keinen Favoriten gibt.“ Mack erklärt wiederum, dass sein Team einen „super Tag“ brauche, um Sontheim in die Schranken weisen zu können. „Ich möchte nicht tiefstapeln. Aber man muss die Qualität anderer Mannschaften anerkennen“, so der 42-Jährige, der zumindest auf Mathis Schmid (gelb-rote Karte gegen Schnaitheim) verzichten muss.

Auf Mack darf sich die Liga auch in der kommenden Saison freuen. In der Winterpause haben sich die SG Heldenfingen/Heuchlingen und der Herbrechtinger auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit geeinigt. „Für mich war klar, dass ich nach dieser Saison zu keinem anderen Verein gehen würde. Ich hätte eine Pause eingelegt“, sagt Mack, der die SG im Januar 2018 übernommen hat, als diese in der Kreisliga A3 um den Klassenerhalt gekämpft hat. Letztlich hat er sie zu einem Spitzenteam, eine Klasse höher, geformt. „Auch wenn’s schwierig war, ging es am Schluss bei uns immer nach oben. Aber ich bin lange dabei, um zu wissen, dass es auch in die andere Richtung gehen kann“, sagt Mack, der scherzt: „Jetzt müssen es die Jungs mit mir länger aushalten.“

Beim FV Sontheim werden momentan Gespräche bezüglich der Trainerposition geführt, sagt Sebastian Knäulein. Fest stehen dagegen einige Personalien. So fehlen Tim Urban und Ruben Ertle verletzt. Dagegen sieht es bei Jorgo Kentiridis nach langer Leidenszeit wieder gut aus. Der 28-Jährige habe in der Vorbereitung gut mitziehen können. „Er tut uns unheimlich gut“, so Coach Knäulein.